Homestaging vor der Kaufpreisreduzierung: Warum der richtige Zeitpunkt entscheidend ist

Blick in ein Wohnzimmer mit Anrichte, blauer Deko und Pflanzen

Warum ändern wir manche Dinge eigentlich erst, wenn es wehtut?

Diese Frage beschäftigt mich gerade selbst. Bei einem Dienstleister denke ich schon länger über eine Veränderung nach. Wirklich gehandelt habe ich bisher nicht. Erst jetzt, wo es unangenehm wird, wird aus dem Gedanken eine konkrete Entscheidung.

Dabei musste ich an eine Situation denken, die mir auch beim Immobilienverkauf begegnet.

Der Immobilienmakler empfiehlt dem Eigentümer bereits vor dem Vermarktungsstart ein Homestaging.

Die Antwort lautet: „Wir probieren es erst einmal ohne.“

Das kann ich durchaus nachvollziehen. Wer eine Immobilie verkauft, überlegt genau, wofür vorher noch Geld ausgegeben werden soll.

Aber wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt für Homestaging?

Erst einmal ohne Homestaging starten?

Eine leerstehende Immobilie lässt sich selbstverständlich auch ohne Homestaging vermarkten. Die entscheidende Frage ist für mich deshalb nicht, ob ein Verkauf ohne Homestaging möglich ist.

Die interessantere Frage lautet:

Wie möchte ich meine Immobilie vom ersten Tag an präsentieren?

Leere Räume machen es Interessenten teilweise schwer, Größenverhältnisse einzuschätzen oder sich vorzustellen, wie ein Raum genutzt werden kann.

Genau hier setzt Homestaging an.

Eine zielgruppengerechte Einrichtung gibt Räumen einen Maßstab, zeigt Nutzungsmöglichkeiten und vermittelt bereits bei den Immobilienfotos einen Eindruck davon, wie sich die Immobilie anfühlen kann.

Davon profitiert auch die Besichtigung: Interessenten stehen nicht ausschließlich in leeren Räumen, sondern erleben eine nachvollziehbare Nutzung der Immobilie.

Warum empfehlen Immobilienmakler Homestaging bereits vor dem Vermarktungsstart?

Wenn ein Immobilienmakler Homestaging frühzeitig anspricht, bedeutet das nicht automatisch, dass eine Immobilie ohne diese Maßnahme schwer verkäuflich wäre.

Es kann schlicht Teil seiner Vermarktungsstrategie sein.

Ein guter Makler beschäftigt sich vor dem Verkaufsstart damit, wie eine Immobilie präsentiert wird, welche Zielgruppe angesprochen werden soll und wie der erste Eindruck bei potenziellen Käufern aussieht.

Homestaging kann dabei ein Baustein sein.

Die Entscheidung liegt am Ende beim Eigentümer. Ein „Wir probieren es erst einmal ohne“ ist deshalb verständlich.

Trotzdem lohnt es sich, die möglichen Folgen dieser Entscheidung von Anfang an mitzudenken.

Was kostet es, wenn eine Immobilie länger am Markt bleibt?

Bei einer leerstehenden Immobilie läuft mit jedem weiteren Monat nicht nur die Vermarktungszeit weiter.

Je nach Immobilie entstehen weiterhin beispielsweise:

* Hausgeld oder andere laufende Bewirtschaftungskosten
* Energie- und Heizkosten
* Versicherungen
* Finanzierungskosten
* Grundsteuer und weitere laufende Nebenkosten

Dazu kann irgendwann die Frage kommen, ob der angesetzte Kaufpreis angepasst werden soll.

Damit bekommt die anfängliche Entscheidung gegen eine Investition in die Präsentation eine andere Perspektive.

Homestaging ist keine Garantie dafür, dass eine Immobilie schneller verkauft oder ein bestimmter Verkaufspreis erzielt wird.

Es ist eine Investition in die Art und Weise, wie die Immobilie am Markt präsentiert wird.

Homestaging oder Kaufpreisreduzierung – was ist sinnvoller?

Diese beiden Maßnahmen sollte man nicht gleichsetzen.

Eine Kaufpreisreduzierung verändert den angebotenen Preis der Immobilie.

Homestaging verändert ihre Präsentation.

Deshalb ist Homestaging auch kein Instrument, mit dem ein unrealistischer Kaufpreis „gerettet“ werden kann. Der Kaufpreis muss weiterhin zur Immobilie und zum Markt passen.

Steht allerdings eine Preisreduzierung im Raum, lohnt sich auch die Frage, ob die Möglichkeiten der Präsentation bereits genutzt wurden.

Genau deshalb halte ich es für sinnvoll, über Homestaging nicht erst in diesem Moment zu sprechen.

Es lohnt sich, diese Entscheidung früh zu treffen – bevor weitere Zeit vergeht, Nebenkosten weiterlaufen und eine mögliche Kaufpreisreduzierung überhaupt zum Thema wird.

Wann ist der beste Zeitpunkt für Homestaging?

Im Idealfall wird Homestaging bereits vor dem Vermarktungsstart eingeplant.

So können Einrichtung, Immobilienfotografie und Vermarktungsbeginn aufeinander abgestimmt werden. Die Immobilie erscheint von Anfang an mit ihrer vorgesehenen Präsentation in den Immobilienportalen und Interessenten erleben bei der Besichtigung dasselbe Bild, das sie zuvor im Exposé gesehen haben.

Natürlich kann Homestaging auch bei einer Immobilie eingesetzt werden, die bereits am Markt ist.

Aus meiner Sicht ist es jedoch sinnvoller, die Präsentation von Anfang an als Bestandteil der Vermarktung mitzudenken, statt erst dann darüber zu sprechen, wenn der bisherige Weg nicht das gewünschte Ergebnis gebracht hat.

Für welche Immobilien eignet sich Homestaging?

Bei immoshape liegt mein Schwerpunkt auf leerstehenden Immobilien.

Besonders interessant kann Homestaging sein bei:

* leerstehenden Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern
* Immobilien, deren Raumgrößen ohne Möblierung schwer einzuschätzen sind
* ungewöhnlichen Grundrissen
* Neubauten und Musterwohnungen
* Immobilien, bei denen eine bestimmte Käuferzielgruppe angesprochen werden soll

Dabei bekommt nicht jede Immobilie dieselbe Einrichtung.

Vor dem Staging beschäftige ich mich mit der Immobilie, ihrer Lage, ihren Besonderheiten und der wahrscheinlichen Zielgruppe. Daraus entsteht die Gestaltung für genau dieses Objekt.

Lohnt sich Homestaging finanziell?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal mit einer bestimmten Prozentzahl beantworten.

Der Verkaufspreis einer Immobilie wird von vielen Faktoren beeinflusst: Lage, Zustand, Nachfrage, Finanzierungsmöglichkeiten potenzieller Käufer, Marktumfeld und natürlich der angesetzte Kaufpreis selbst.

Deshalb halte ich Versprechen wie „Homestaging erzielt X Prozent mehr Verkaufspreis“ für zu pauschal.

Die Investition lässt sich aber aus einem anderen Blickwinkel betrachten:

Was kostet das Homestaging – und was kostet weiteres Abwarten?

Gerade bei leerstehenden Immobilien können die laufenden Kosten über mehrere Monate relevant werden. Kommt später zusätzlich eine Kaufpreisreduzierung hinzu, kann die anfänglich eingesparte Investition in die Präsentation schnell in einem anderen Verhältnis stehen.

Diese Rechnung sollte jeder Eigentümer für seine Immobilie individuell betrachten.

Kann Homestaging auch nach Vermarktungsstart noch sinnvoll sein?

Ja.

Wenn eine Immobilie bereits am Markt ist, kann eine veränderte Präsentation neue Möglichkeiten für die weitere Vermarktung schaffen.

Trotzdem sollte Homestaging nicht ausschließlich als Maßnahme für Immobilien verstanden werden, deren Verkauf bisher nicht funktioniert hat.

Für mich beginnt die sinnvollere Überlegung früher:

Wie wollen Eigentümer und Makler diese Immobilie präsentieren, wenn sie neu auf den Markt kommt?

Denn genau zu diesem Zeitpunkt stehen noch alle Möglichkeiten offen.

Häufige Fragen zu Homestaging vor dem Immobilienverkauf

Sollte Homestaging vor oder nach der Immobilienfotografie stattfinden?

Bei einem geplanten Homestaging sollte die professionelle Immobilienfotografie anschließend stattfinden. So kann die eingerichtete Immobilie bereits auf den Bildern im Exposé und in den Immobilienportalen gezeigt werden.

Muss jede leerstehende Immobilie gestaged werden?

Nein. Ob Homestaging sinnvoll ist, hängt von der Immobilie, der Zielgruppe und der geplanten Vermarktung ab. Es sollte eine bewusste Entscheidung innerhalb der Vermarktungsstrategie sein.

Kann Homestaging einen zu hohen Kaufpreis ausgleichen?

Nein. Homestaging verändert die Präsentation einer Immobilie, nicht ihre Marktdaten. Ein zum Markt passender Kaufpreis bleibt ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Vermarktung.

Garantiert Homestaging einen höheren Verkaufspreis?

Nein. Ein bestimmter Verkaufspreis lässt sich durch Homestaging nicht garantieren. Ziel ist es, die Immobilie professionell und zielgruppengerecht zu präsentieren und Interessenten dabei zu unterstützen, Räume, Nutzungsmöglichkeiten und Wohngefühl besser zu erfassen.

Warum sollte ein Eigentümer Geld investieren, obwohl er die Immobilie verkaufen möchte?

Weil auch die Vermarktung einer Immobilie eine Investition ist. Professionelle Fotos, Unterlagen, Exposé und gegebenenfalls Homestaging haben ein gemeinsames Ziel: Die Immobilie soll Interessenten bestmöglich präsentiert werden.

Ob sich die Investition im konkreten Fall lohnt, sollte vor Vermarktungsstart gemeinsam mit dem Makler betrachtet werden.

Ist Homestaging auch sinnvoll, wenn die Immobilie bereits länger online ist?

Das kann es sein. Eine neue Präsentation kann der weiteren Vermarktung einen neuen Ansatz geben. Idealerweise wird diese Frage jedoch schon vor dem ersten Inserat gestellt.

Fazit: Nicht erst über die Präsentation sprechen, wenn es schwierig wird

„Wir probieren es erst einmal ohne.“

Diesen Gedanken kann ich nachvollziehen. Gerade weil ich mich selbst gerade dabei ertappt habe, eine Veränderung so lange aufzuschieben, bis der Handlungsdruck groß genug wurde.

Beim Immobilienverkauf können mit dieser Zeit allerdings weitere Kosten entstehen.

Deshalb lohnt es sich für Eigentümer, die Empfehlung ihres Immobilienmaklers zum Homestaging frühzeitig zu prüfen und die Investition den möglichen laufenden Kosten gegenüberzustellen.

Nicht mit dem Versprechen, dadurch automatisch einen höheren Verkaufspreis zu erzielen.

Sondern mit dem Anspruch, eine Immobilie vom ersten Tag an so gut zu präsentieren, wie es für ihre Vermarktung sinnvoll ist.

Muss es immer erst wehtun?

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